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Birgit Jürgenssen :
Stele

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Wiener Neustadt, 1999

Information

Die 8 m hohe Säule ist zum einen Spiegel der unterschiedlichen Regionen und zum anderen ein zeichenhaftes Abbild der großen geologischen Entwicklungssprünge des "Wiener Beckens". Um eine Eisenkonstruktion wurde eine Hülle aus Acrylglas mit verschiedenen Erdschichten aus der Region Wiener Neustadt gefüllt.

Für die 16 m hohe Eingangshalle der Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt mit 100 m2 Grundfläche entwarf die Künstlerin eine 8 m hohe Säule, die zum einen als Spiegel der unterschiedlichen Regionen dient und zum anderen ein zeichenhaftes Abbild der großen geologischen Entwicklungssprünge des "Wiener Beckens" und damit auch der Erdgeschichte, vom Erdaltertum bis zur Neuzeit, ist. Um eine Eisenkonstruktion wurde eine erste Hülle aus Acrylglas mit verschiedenen Erdschichten bestehend aus Schotter, Sand, Gestein und pflanzlichem Material aus der Region Wiener Neustadt gefüllt und dabei die geologischen Abschnitte durch deren typische Gesteinsarten charakterisiert. Die Acrylhülle wurde mit einer zweiten, mit einer leicht irisierenden Farbe beschichteten, ummantelt. Über mehrere Stockwerke herausragend, endet die Säule in einer schrägen verspiegelten Oberfläche. Die Verbindung einer geschichtlichen und einer aktuellen sozialen Ordnung im weitesten Sinn entspricht im generellen der künstlerischen Arbeitsweise der Künstlerin, die in ihren Werken Dreiecksbeziehungen zwischen Subjekt, Objekt und gesellschaftlichen Strukturen aufzeigt. Doch wo in Jürgenssens Arbeiten vorwiegend ihr eigener Körper als Projektionsfläche dieser sozialen Ordnungen zum Einsatz kommt, wird hier die Säule als geschichtliches Zitat zeichenhaft eingesetzt und so die Identität des Menschen an sich zum Thema.
(Cornelia Offergeld)