Keramikworkshop & Wanderung mit Stefan Klampfer
KünstlerInnen
- Mit
Das Kunstprojekt Der Michelberg – Analyse und Interpretation von Stefan Klampfer war Anknüpfungspunkt für einen Workshop mit einer Gruppe des Vereins Frauen für Frauen in Hollabrunn.
In seiner großflächigen Installation aus dem Jahr 2014 auf dem Michelberg, nahe Stockerau, setzt sich der Künstler mit archäologischen Ausgrabungen am Michelberg und mit Spuren von Geschichten, die im Verborgenen liegen, auseinander. Dort wurden Gebäudefundamente einer Kirche aus verschiedenen Epochen zu ihrem Schutz wieder zugeschüttet. Durch die Kunstintervention von Klampfer wurden die Spuren davon an der Oberfläche dauerhaft sichtbar gemacht.
Der Workshop im Juni 2026 setzte an der Frage von Unsichtbarkeit und Sichtbarmachung auf einer allgemeinen Ebene an: Nicht alle Fragen, Probleme oder Sorgen lassen sich mit dem Kopf allein lösen. Ganz ohne Anspruch auf Perfektion kann man sich auch auf seine Intuition und die Hände verlassen. Die Teilnehmerinnen wurden eingeladen, kleine Objekte aus Ton zu formen, die ihren Gefühlen Ausdruck verleihen sollten – intuitiv, mit den Händen, ohne Werkzeuge und ohne Vorkenntnisse.
Die entstandenen und gebrannten Keramiken wurden am 13. September 2026 im Zuge der Wanderung „Gehen gegen Gewalt“ auf den Michelberg mitgenommen und in einer symbolischen Handlung vergraben.
Klampfers Auseinandersetzung mit dem Verdecken und Sichtbarmachen wurde im Rahmen des Workshops zur Metapher für Gewalt, die oft unsichtbar bleibt, verschwiegen oder tabuisiert wird. In die Tonobjekte wurden symbolisch Gefühle und Erfahrungen wie Ängste, Belastungen, Sorgen eingearbeitet. Am Michelberg konnten sie in einem gemeinsamen Ritual vergraben – nicht, um etwas erneut zu verdrängen, sondern um dem Erlebten Form, Sprache und einen Ort zu geben.