Radtour und Projektvorstellung: Siggi Hofer, Inventar 3, Donauradweg
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Herzliche Einladung zur Radtour und Projektvorstellung
Der Donauradweg ist Teil des europäischen Radfernweges "EuroVelo 6", der entlang des UNESCO-Welterbes Donaulimes von Frankreichs Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer führt. 260 Kilometer davon verläuft er durch Niederösterreich und erfreut sich aufgrund der abwechslungsreichen Regionen großer Beliebtheit. Über 20 Jahre waren entlang dieses Abschnitts große Tafeln mit touristischen Informationen im Einsatz. Mittlerweile inhaltlich überholt, werden 27 von diesen auf Anregung der Donau Niederösterreich Tourismus GmbH nun als Träger einer künstlerischen Gestaltung von Siggi Hofer weitergenutzt, der man ab Mitte Mai auf beiden Seiten der Donau begegnen kann.
Siggi Hofer, Inventar 3, Donauradweg
Sonntag, 17. Mai 2026
13.30 Uhr
Radtour Klosterneuburg-Tulln
Treffpunkt: In der Au/Camping Klosterneuburg. 48.310599, 16.327065
25 km südlicher Donauradweg
16.00 Uhr
Projektvorstellung
Tulln, Donaulände: 48.333546, 16.045150
Lisa Ortner-Kreil , Kuratorin
Siggi Hofer. Lesung
Imbiss und Erfrischungen
Um Anmeldung zur Radtour wird gebeten bis Mittwoch, 13. Mai 2026: koernoe@noel.gv.at
Inventar 3 basiert auf dem Gedicht Inventar, das die deutschsprachige jüdische Lyrikerin Mascha Kaléko(1907–1975) 1945 vor dem Hintergrund von Verlust und Entwurzelung in der Emigration verfasst hat. Hofer übernahm Kalékos poetische Struktur von 3-Wort-Aufzählungen, in der dem Wort »OHNE« eine zentrale Rolle zukommt: Es stellt das davor- und das dahinterstehende Nomen gleichermaßen in Verbindung zueinander und deren potenzielles Fehlen oder auch Freisein voneinander in den Raum.
Hofer wendet Kalékos so unverblümte wie berührende Form der Aufzählung auf seine Verse an, die von Natur- und Wetterbeobachtungen bis hin zu existenziellen Überlegungen reichen. Die poetischen Wort- und Gedankenspiele haben ihren Ursprung dabei beim ganz alltäglichen »Übers-Wetter-Reden« – eine beim Radfahren stets präsente Thematik –, das für den Künstler oft in ein Philosophieren über die Welt an sich übergeht.
»WIND OHNE SCHATTEN«, »BAUM OHNE KRONE«, »SONNE OHNE SCHUTZ« oder »WELT OHNE HASS« – die sprachliche Direktheit, gepaart mit einer lyrischen Offenheit, stellt vermeintlich selbstverständlich An- oder Abwesendes in einen produktiven Zweifel und gibt den Vorbeiradelnden einiges zum Nachdenken mit auf den Weg. Die großformatigen Schriftbilder in einer eigens hierfür entworfenen Schriftart sind schwarz mit einzelnen farbigen Buchstaben auf die weiße Fläche gesetzt. Die Schriftzeichen selbst wurden von großformatigen Kreidezeichnungen auf Leinwand abfotografiert und für die Verse digital zusammengesetzt, wodurch eine besondere visuelle Haptik erhalten bleibt.
Programmänderungen vorbehalten.
Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Veranstaltung Fotos zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation gemacht werden.