Programmvorschau 2026
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Auch das KOERNOE-Jubiläumsjahr 2026 zeigt, in wie vielen unterschiedlichen Formen sich Kunst in den gesellschaftlichen Dialog einbringen kann: Entlang des Donauradwegs macht Siggi Hofer 28 ausgediente Info-Tafeln zu Trägern poetischer Schriftbilder. In Orth an der Donau finalisiert Tracing Spaces (Michael Hieslmair und Michael Zinganel) ein Buswartehäuschen, das dem Fluss und der Flussfahrt ein Zeichen setzt. Im Schlosspark Grafenegg öffnet Folke Köbberlings WOLLDACH seine Tore und die Sammlung des Museum Horn erhält durch Christian Kosmas Mayers ungewöhnliche Fassaden-Figuren Präsenz im Außenraum. Einen Gedenkort für die Opfer der NS-Medizinverbrechen setzt Azra Akšamija im Zuge der Landesausstellung in Mauer um. Der Kunstraum Weikendorf freut sich auf Projekte von Jojo Gronostay und Regula Dettwiler. Für das Jugendprojekt Stadt-Raum-Welt-What? tun sich Kathrin Wojtowicz, Markus Hiesleitner und Total Refusal mit Jugendlichen aus Wieselburg, Teesdorf und Pottendorf zusammen. Nicht nur dort legt KOERNOE im Jubiläumsjahr den Fokus auch auf die junge Generation. In Kooperation mit dem KinderKunstLabor werden Workshops und Lectures angeboten, die das jungen Publikums zur aktiven Teilnahme einladen.
Und für all jene, die eine besondere Motivation für eine Fahrt ins Blaue benötigen, bieten wir ab Mai drei Kunstrallyes, die zur Entdeckungstour einladen – durch die Wachau, die Kulturlandschaft Paasdorf und die Landeshauptstadt St. Pölten; Klein und Groß sind eingeladen, den Kunstwerken und rätselhaften Aufgaben zu folgen - Belohnung inklusive!
Beiträge
Jojo Gronostay, Regula Dettwiler
WEIKENDORF – Kunstraum, Projektvorschau
Jojo Gronostay, MODE ARBEIT
Regula Dettwiler, Catching Fire
Jojo Gronostay transformiert unter dem Titel MODE ARBEIT den Kunstraum in einen Showroom. Der Künstler lädt durch seine zwischen Kunst und Mode changierende Praxis zur vielseitigen Reflexion über Strukturwandel, Konsum und Wertigkeit. Sowohl das vielerorts schleichende Verschwinden von Handelsstrukturen als auch unser globales Konsum- und Verwertungsverhalten stehen im Fokus. Eröffnung am 18. April
Regula Dettwilers Projekt Catching Fire hat auf andere Weise das Lokale und das Globale im Blick: die Dahlie, ein ursprünglich aus Südamerika stammender Korbblütler steht stellvertretend für Fragen zu Fremdheit und Regionalität. Bereits im April kann sich die örtliche Bevölkerung Dahlienknollen abholen, um sie einzupflanzen und das blühende Ergebnis fotografisch für die Künstlerin festzuhalten. Der kollektive Prozess wird Teil der Ausstellung im Oktober!
Siggi Hofer
NIEDERÖSTERREICH – Text-Bildserie am Donauradweg
Siggi Hofer, Inventar 3
Entlang der gesamten Strecke des Donauradwegs von der Grenze Oberösterreichs bis an den Rand der Slowakei stehen 28 große Metalltafeln, die sogenannten ‚„Donauwellen‘“. 20 Jahre lang als Infotafeln des Donautourismus Niederösterreich genutzt, stehen sie nun für ein künstlerisches Projekt bereit: Siggi Hofer gibt radfahrenden Menschen mit dem Projekt INVENTAR 3 kurze poetische Gedanken in Form von drei-Wort-Versen zu Alltäglichem und Existentiellem mit auf den Weg.
Folke Köbberling
GRAFENEGG – Installation im Schlosspark
Folke Köbberling, WOLLDACH
Bereits vergangenes Jahr webte Folke Köbberling gemeinsam mit interessierten und engagierten Menschen Wolle der vor Ort grasenden Schafe in Gitterflächen für das WOLLDACH, eine besondere architektonische Skulptur. Ende Mai öffnet dieser ungewöhnliche Raum seine Pforten und lädt dazu ein, ihn mit allen Sinnen zu erleben.
Michael Zinganel, Michael Hieslmair
ORTH AN DER DONAU – Kunst und öffentlicher Verkehr
Tracing Spaces, Michael Hieslmair und Michael Zinganel, Gestaltung Bushaltestelle
Die Donau befindet sich zwar ganz in der Nähe, doch in Orth selbst ist sie wenig spürbar. Diese unsichtbare Verbindung sowie die historischen Bewegungen durch Migration und Handel, bilden für das Künstlerduo die gedankliche Grundlage für das neue Buswartehäuschen am Ortseingang. Ein umgedrehter Bootsrumpf, der alten Transportschiffen nachempfunden ist, setzt zusammen mit zu Stehern umfunktionierten überdimensionalen Rudern dem Fluss ein Zeichen und formt gleichzeitig einen atmosphärischen Unterstand.
ST. PÖLTEN – KinderKunstLabor
Warum ist etwas und nicht nichts?Franz Wests ikonisches Objekt, das in Stronsdorf zwischen Feldern für eine ganz ungewöhnliche Begegnung sorgt, ist Titel-Pate für eine Kooperation mit dem KinderKunstLabor. Im KOERNOE-Jubiläumsjahr sind junge Menschen im Rahmen von Workshops und Lectures eingeladen, den öffentlichen Raum, den wir als Gesellschaft gleichberechtigt teilen (sollten), kreativ unter die Lupe zu nehmen und nach Vorhandenem und Fehlendem zu befragen. So erkundet u.a. die brasilianische Künstlerin Graziela Kunsch im Sommer mit jungen Menschen das Regierungsviertel, um spielerisch Impulse zu setzen.
Christian Kosmas Mayer
HORN – Museum, Fassadengestaltung
Christian Kosmas Mayer
Das Museum Horn ist im besten Sinn eine historische „Fundgrube“: Es vereint eine der größten Urgeschichte-Ausstellungen Niederösterreichs, bedeutende griechisch-römische Funde sowie Einblicke in 7.500 Jahre Landwirtschaftsgeschichte. Um diese Vielfalt nach außen sichtbar zu machen, gestaltet der Künstler die bislang ungenutzten Konsolen an der Eingangsfassade. Für diese entstehen 13 hybride Figuren aus Holz, die jeweils die Venus von Eggenburg – das berühmteste Stück des Museums – und ein weiteres Sammlungsobjekt miteinander verbinden.
Theresa Hattinger, Matthäus Bär
ST. PÖLTEN, WACHAU, WEINVIERTEL – Kunstrallye
Theresa Hattinger/Matthäus Bär
Niederösterreich steckt voller Überraschungen – und voller Kunst! Keine andere ländliche europäische Region verfügt über eine ähnliche Dichte an Kunstwerken im öffentlichen Raum. Mit der Kunstrallye wurde ein neues KOERNOE-Format von Matthäus Bär und Theresa Hattinger entwickelt, das mittels rätselhafter Aufgaben und Stempelpass zum Kunstabenteuer an unbekannte Orte und zu ungewöhnlichen Artefakten lockt – Hinweisen folgen, Checkpoints sammeln und eine Anstecknadel ergattern!
Azra Akšamija
MAUER – Gedenkort im Landesklinikum
Azra Akšamija, Geschichtete Erinnerung
Die Landesausstellung (NÖLA) 2026 widmet sich im Landesklinikum Mauer bei Amstetten dem weiten Feld der Psyche und der seelischen Gesundheit. Auch die Zeit des Nationalsozialismus wird aufgearbeitet. Im Zuge dessen entsteht am Gelände u.a. ein Gedenkort, der an die 2.848 Patientinnen und Patienten der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling erinnert, die ermordet wurden oder aufgrund unmenschlicher Bedingungen verstarben. Den von KOERNOE, NÖLA und dem Klinikum durchgeführten, geladenen Wettbewerb konnte Azra Akšamija für sich entscheiden. Ihre künstlerische Gestaltung wird das Gräberfeld neben dem Bestandsfriedhof, das viele Jahre ungekennzeichnet war, rahmen: Zwei Mauern verweisen durch die verwendeten Materialien auf die Todesorte und sind Träger von 2.848 Edelstahlplättchen mit den persönlichen Eckdaten der Opfer.
Markus Hiesleitner, Total Refusal, Kathrin Wojtowicz
TEESDORF, POTTENDORF, WIESELBURG - Kunstprojekte mit Jugendlichen
STADT – RAUM – WELT – WHAT? #3
Im Rahmen des KOERNOE- Jugendprojektes wurden in den vergangenen zwei Jahren bereits sechs ganz unterschiedliche Projekte in Zusammenarbeit von Kunstschaffenden und Jugendlichen erfolgreich umgesetzt. Dieses Jahr sind Markus Hiesleitner, Total Refusal und Kathrin Wojtowicz der Einladung gefolgt. Wir freuen uns sehr auf weitere spannende Projekte, die junge Menschen mit künstlerischer Praxis und kreativem Arbeiten in Verbindung bringen.
Edith Payer
KOERNOE – Bildserie zum Jubiläum
Edith Payer, Zwischen den Welten
30 Jahre KOERNOE bedeuten auch Rückschau und Reflexion. KOERNOE freut sich deshalb sehr, dass Edith Payer der Einladung gefolgt ist und ihren scharfsinnigen Humor auf die Kunst im öffentlichen Raum gerichtet hat. Ihre pointierten Motive werden uns analog und virtuell durchs Jubiläumsjahr begleiten.