Stadt-Raum-Welt-What?, 2026
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STADT – RAUM – WELT – WHAT? 2026
2024 wurde die von KOERNOE initiierte Jugendprojektreihe STADT–RAUM–WELT–WHAT? ins Leben gerufen, um den öffentlichen Raum aus der Perspektive von Jugendlichen zusammen mit Kunstschaffenden zu unterschiedlichen Themen zu beleuchten. Bisher konnten sechs Projekte in ebenso vielen Orten umgesetzt werden.
Alle eingeladenen Künstlerinnen und Künstler haben durch die spezifische künstlerische Praxis grundsätzliche Ideen und Überlegungen im Gepäck, die im Prozess und durch die Teilhabe der Jugendlichen eine konkrete Form annehmen. Die Ergebnisse der bereits umgesetzten Projekte haben auf unterschiedliche Weise auf Orte, Räume, Begegnungen reagiert und gezeigt, was ein kreativer Blick auf den öffentlichen Raum auch für junge Menschen erzeugen kann. Die Projekte sind bei den Jugend einrichtungen und Gemeinden auf positive Resonanz gestoßen und wurden auf vielen Ebenen unterstützt.
2026 sind wir erneut unterwegs: drei weitere künstlerische Positionen und drei Orte bzw. Jugendeinrichtungen wurden miteinander in Verbindung gebracht, um im Rahmen eines WorkshopProgramms den öffentlichen Raum mit den Jugend lichen aus neuen Blickwinkeln zu betrachten und künstlerisch darauf zu reagieren. Wir freuen uns, dass Markus Hiesleitner gemeinsam mit dem JUSY Jugendservice Wieselburg sowie Kathrin Wojtowicz in Teesdorf und Total Refusal in Pottendorf gemeinsam mit jugendarbeit.07 künstlerische Arbeiten entwickeln und umsetzen.
Die Zusammenarbeit mit der örtlichen Jugendarbeit bildet auch dieses Jahr die Struktur für die jeweiligen Projekte. Diese betreuten Treffpunkte bieten jungen Menschen in vielen Gemeinden in Niederösterreich eine ungezwungene Möglichkeit für Sozialkontakte, sind aber gleichermaßen wichtige Anlaufstelle für Beratung und Serviceangebote.
Contributions
Markus Hiesleitner
just a fancy car, Wieselburg
Präsentation: 19. 8., 16.00 Uhr, Färberei, Anton-Fahrner -G. 4, 3250 Wieselburg
Einen zweifellos großen Bestandteil unseres Lebens und des öffentlichen Raums nimmt das Automobil ein. Es bewegt uns buchstäblich und im übertragenen Sinn. Für Wieselburg spielt es auch aus wirtschaftlichen Gründen eine bedeutende Rolle (ZKW Group). Markus Hiesleitners künstlerische Praxis wiederum beschäftigt sich zentral mit Nachhaltigkeit und Ökologie. Für sein Projekt versucht er beide Aspekte zu verbinden und lädt Jugendliche ein, das Fahrzeug als ihnen vertrautes Objekt im öffentlichen Raum einmal neu und außerhalb von vorgegebenen Rahmen zu denken. Gemeinsam wird ein ausrangiertes Auto nun als Material verwendet und zu einem ungewöhnlichen Treffpunkt und Aufenthaltsort transformiert. Das Gefährt erhält so ein neues, nachhaltig gedachtes Dasein – vom individuellen Fahrzeug zur »coolen« Gemeinschaftsoase. Aus dieser Perspektive betrachtet wird der öffentliche Raum und seine Nutzung zu einem Raum der Möglichkeiten, des gemeinsamen Neuentdeckens und Weiterdenkens. Standort dieses gemeinsam geschaffenen Treffpunkts wird die Färberei in Wieselburg.
In Kooperation mit dem JUCY Jugendservice, Wieselburg und mit Dank an die Färberei, Wieselburg
Total Refusal
Let‘s Play Pottendorf, Pottendorf
Präsentation: 24. September, 19.00 Uhr, Jugendtreff, Alte Spinnerei 4, 2486 Pottendorf
Der öffentliche Raum beschränkt sich nicht nur auf die greifbare Welt um uns herum, längst zählt auch der virtuelle Raum, ob soziale Medien oder Computerspiele, dazu. Da gerade für junge Menschen von großer Relevanz, sind auch künstlerische Konzepte willkommen, die sich reflektiert mit der Welt am Bildschirm auseinandersetzen. Die kritische Arbeit mit Videospielen ist künstlerische Praxis des Kollektivs Total Refusal. Unterstützt von der Kunstpädagogin Sarah Fichtinger wird mit den Jugendlichen der öffentliche Raum in Pottendorf und in einem Videospiel befragt. Letzteres wird in Folge quasi zweckentfremdet und in einem kreativen Prozess nach eigenen Vorstellungen und Wünschen angeeignet und verändert. Das gemeinsame Betrachten und Umgestalten fördert den medienkritischen Umgang mit dieser virtuellen Welt. Zum Abschluss ist geplant, die entstandenen Filme im öffentlichen Raum zu projizieren und so einen Dialog der digitalen Sphäre mit der alltäglichen, physischen Lebenswelt entstehen zu lassen.
In Kooperation mit jugendarbeit.07
Kathrin Wojtowicz
Fassade 07, Teesdorf
Präsentation: 20.10., Jugendtreff, Wr. Neustädter Str. 89, 2524 Teesdorf
Kathrin Wojtowicz nimmt mit den Jugendlichen in Teesdorf die Fassade als städtebauliche Struktur und Kommunikationsfläche im öffentlichen Raum in den Blick. Anhand welcher Formen und Farben wird im öffentlichen Raum Aufmerksamkeit erzeugt, welche Bildsprachen werden verwendet und wer wird eigentlich angesprochen? Wie können künstlerische Taktiken gewohnte Kommunikationsstrategien im öffentlichen Raum verändern? Gemeinsam wurde erarbeitet, wie eine unkonventionelle, positive und einladende visuelle Gestaltung aus Sicht der jungen Menschen an der Fassade des Jugendtreffs aussehen könnte. In Workshops wurden Skizzen für Piktogramme und Bildzeichen erarbeitet, die eine größere Wahrnehmung nach außen erzeugen sollen – von Jugendlichen für Jugendliche. Kathrin Wojtowicz entwickelt nun aus diesen Überlegungen Neonleuchtobjekte, die die Fassade auf besondere Weise bespielen. Keine Werbung für Orte des Konsums, sondern eine Einladung für einen Ort des Zusammenseins und des Austauschs.
In Kooperation mit jugendarbeit.07